D'azzardo bedeutet "Glücksspiel" oder "riskant". Es ist ein interessantes Wort, da es eine gewisse Gefahr und Spannung impliziert, die man nicht in jedem Lied findet.
Im Lied singt Rose Villain "Sto giocando d'azzardo", was wörtlich "Ich spiele Glücksspiel" bedeutet. Sie verwendet es metaphorisch, um auszudrücken, dass sie ein Risiko in der Liebe eingeht, obwohl sie weiß, dass ihr Herz gebrochen werden könnte. Es verleiht dem Lied eine aufregende und unvorhersehbare Note.
In „Hai mai visto piangere un cowboy?“ („Hast du je einen Cowboy weinen sehen?“) lädt Rose Villain zu einer heimlichen, ziemlich filmreifen Autofahrt ein: Jemand fährt, während sie ihn ansieht, im Radio läuft Lana Del Rey, und mitten im Verkehr wünschen sich beide Sex. „Stelle dentro una Mercedes“ („Sterne in einem Mercedes“) macht aus dem Auto ihren privaten Nachthimmel, obwohl draußen niemand etwas bemerken soll. Wenn sie sagt: „La luce di un accendino / Mi fa vedere chi sei“ („Das Licht eines Feuerzeugs / zeigt mir, wer du bist“), wird ein winziger Moment zur Prüfung der Wahrheit. Das Feuerzeuglicht ist schwach, aber offenbar hell genug, um die andere Person zu durchschauen.
Gleichzeitig haben beide Angst vor dem, was zwischen ihnen passiert. „Vuoi lasciarti andare, ma non puoi“ („Du willst dich fallen lassen, aber du kannst nicht“) beschreibt dieses Ziehen zwischen Verlangen und Selbstkontrolle. Der Cowboy aus dem Refrain wirkt dabei wie ein harter, unnahbarer Typ, dessen Tränen man sich kaum vorstellen kann. Gerade deshalb ist die Frage so frech: „Hai mai visto piangere un cowboy?“ („Hast du je einen Cowboy weinen sehen?“). Sie weiß außerdem, dass ihr Herz gebrochen werden könnte, setzt aber trotzdem alles aufs Spiel: „Sto giocando d’azzardo, ma ho una scala reale“ („Ich spiele Glücksspiel, aber ich habe eine Royal Flush“). Eine „scala reale“ ist im Poker die stärkste Straße, also eine sehr selbstbewusste Art zu sagen: Das Risiko ist groß, doch ihre Karten sehen verdammt gut aus. Dazu kommen die Bilder von Marilyn und dem Präsidenten, von „sognatori e delinquenti“ („Träumern und Verbrechern“) und die direkte Aufforderung: „Fai così, toccami“ („Mach es so, berühr mich“).