Balançais ist die Imperfektform von balancer und bedeutet wörtlich „schwingen“, „schaukeln“ oder „hinwerfen“. Im Lied beschreibt es bildlich, wie die geliebte Person ihre „Je t’aime“ wie feierliche Gelübde in den Raum warf, was dem Ausdruck eine poetische und leicht ironische Note gibt.
In „À Peu Près“ erinnert sich Pomme an eine Liebesgeschichte, die einmal besonders wertvoll war. Sie denkt an Gedichte, leuchtende Augen und an die vielen „je t’aime“ [„Ich liebe dich“], die der andere wie Wünsche in die Welt geworfen hat. Gleichzeitig fragt sie sich, ob diese Person wirklich an eine gemeinsame Zukunft glaubte: „As-tu un jour voulu qu’on sème des pétales et des jours heureux ?“ [„Wolltest du jemals, dass wir Blütenblätter und glückliche Tage säen?“] Das Bild ist romantisch, aber die nächste Frage macht es plötzlich unsicher: Vielleicht wusste der andere schon von all den Problemen und hat trotzdem „die Würfel ins Feuer geworfen“. Ihre gemeinsame Geschichte war für sie „comme de l’or“ [„wie Gold“], also selten und kostbar.
Der Refrain klingt zugleich verletzt und entschlossen: Wenn sie aus dieser Trennung „à peu près“ [„einigermaßen“] herauskommt, will sie die andere Person eines Tages wiederfinden. Dieses „einigermaßen“ ist wunderbar unperfekt. Es verspricht keine vollständige Heilung. Später hat sie genug von „amours blêmes“ [„blassen, kraftlosen Lieben“], zerbrochenen Herzen und Liedern über immer dasselbe Thema. Trotzdem bleibt die Erinnerung an die goldene Geschichte bestehen. Besonders schön ist der Kontrast zwischen großen Liebesworten, Rimbaud und Verlaine sowie der ganz direkten Aussage: „Je te retrouverais“ [„Ich würde dich wiederfinden“].