Bala perdida bedeutet wörtlich „verirrte Kugel“ oder „Querschläger“. Im übertragenen Sinn kann die Redewendung auch eine unberechenbare, rastlose oder schwer einzufangende Person beschreiben.
Im Lied nennt der Sänger die geliebte Person seine „bala perdida“. Dadurch wirkt die Liebe zugleich gefährlich, unkontrollierbar und faszinierend, als hätte sie ihn völlig unerwartet getroffen.
Morat aus Kolumbien erzählt in „No Se Va“ von einer Liebe, die einfach nicht aus dem Kopf verschwinden will. Der Sänger sagt: „Tan fácil que es enamorarme“ [So leicht verliebe ich mich] und direkt danach „Y tan difícil olvidarte“ [Und so schwer ist es, dich zu vergessen]. Er schaut sich sogar ein Foto der Person an, obwohl es wehtut, und versucht, sein „corazón roto“ [gebrochenes Herz] für eine mögliche neue Begegnung zu trainieren. Besonders schön und direkt ist der Refrain: „Tu recuerdo no se va“ [Deine Erinnerung geht nicht weg]. Er ruft an, kann aber nicht mit der Person sprechen, und zwischen Hoffnung und Sehnsucht denkt er: Vielleicht will ein Teil von ihr zurückkommen, während ein Teil von ihm sie wiederfinden wird.
Dann wird die Bitte immer größer: „Quédate otra vez“ [Bleib noch einmal], erst für die ganze Nacht, dann „toda la vida“ [für das ganze Leben]. „Tú eres mi bala perdida“ heißt wörtlich „Du bist meine verirrte Kugel“ und beschreibt hier bildlich jemanden, der ihn unerwartet getroffen hat und den er nicht loswird. Beim Tanzen, bei Küssen in der Luft und in den Erinnerungen findet er genug Gründe, die Person weiterzusuchen, sogar „de Bogotá hasta Buenos Aires“ [von Bogotá bis Buenos Aires]. Das ist herrlich dramatisch, vielleicht ein bisschen verrückt, aber genau dadurch passt es zu seinem festen Entschluss: Eine solche Liebe vergisst sein Herz nicht, und sie geht einfach nicht weg.