Vanidad bedeutet „Eitelkeit“ oder „Stolz auf sich selbst“. Im Lied sagt der Sänger: „No tengo vanidad“, also dass er keinen Besitz oder persönlichen Ruhm braucht und aus seinem Leben nur das Gute geben möchte. Das verleiht dem Wort eine poetische, selbstlose Bedeutung und macht es besonders einprägsam.
„Sabor a Mí“ bedeutet wörtlich „Geschmack von mir“. Luis Miguel, ein Sänger aus Mexiko, singt hier von einer Liebe, die so lange und nah war, dass beide Menschen etwas voneinander behalten: „Que yo guardo tu sabor, pero tú llevas también / Sabor a mí“ [Ich bewahre deinen Geschmack, und auch du trägst den Geschmack von mir]. Gemeint ist kein Essen, sondern die Erinnerung an die gemeinsame Nähe. Schon eine Umarmung und ein Gespräch würden beweisen, dass diese Verbindung noch im Leben der anderen Person steckt.
Besonders schön ist, dass der Sprecher keinen Besitzanspruch erhebt: „No pretendo ser tu dueño“ [Ich will nicht dein Besitzer sein]. Er sagt, er habe keinen Reichtum und könne nur das Gute aus seinem Leben geben. Trotzdem glaubt er, dass die gemeinsame Liebe selbst nach „mehr als tausend Jahren“ eine Spur hinterlassen würde. Die letzte Vorstellung ist ein bisschen groß, aber genau deshalb charmant: Selbst in einer möglichen Ewigkeit soll die andere Person noch „Sabor a mí“ [den Geschmack von mir] auf den Lippen tragen.