Spiffero bedeutet wörtlich "Zugluft" oder "Luftzug". Es ist ein eher ungewöhnliches Wort für einen Songtext und weckt sofort Neugier.
Ligabue verwendet es hier metaphorisch, um eine Schwachstelle oder eine innere Verletzlichkeit zu beschreiben: "C'è uno spiffero nell'anima / Ci si ammala facilmente / Quando c'è corrente" (Es gibt einen Zug in der Seele / Man wird leicht krank / Wenn es einen Luftzug gibt). Es ist eine poetische Art, die menschliche Zerbrechlichkeit auszudrücken.
Ligabues „Essere Umano“ ist eine ehrliche und direkte Betrachtung dessen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein – mit all seinen Widersprüchen und Höhen und Tiefen. Er singt davon, wie wir „Cogliere la prima mela e tutti gli altri guai“ [den ersten Apfel pflücken und all die anderen Probleme] und wie wir „Perdere la testa in qualche posto prima o poi“ [früher oder später irgendwo den Kopf verlieren]. Das Lied fängt perfekt die menschliche Tendenz ein, gleichzeitig weise und töricht zu sein, „Fare i furbi sempre nella gara col destino“ [immer schlau zu sein im Wettlauf mit dem Schicksal].
Was mir an diesem Song so gut gefällt, ist, wie er die ständige Veränderung des Lebens beschreibt. Ligabue singt: „Qui, funziona così / Un giorno chiodo / Un giorno martello / Un giorno decollo“ [Hier, so funktioniert es / Ein Tag Nagel / Ein Tag Hammer / Ein Tag Start]. Wir sind mal stark, mal zerbrechlich, mal auf dem Höhepunkt, mal am Boden. Es geht darum, wie wir „Vivere spavento ed attrazione per il tuono“ [Angst und Anziehung für den Donner leben] – diese Mischung aus Furcht und Faszination, die uns menschlich macht. Es ist eine tolle Erinnerung daran, dass es okay ist, nicht perfekt zu sein und all diese verschiedenen Facetten in sich zu tragen.