Tyram ist die erste Person Singular des Verbs tyrać, was so viel bedeutet wie „schuften“, „hart arbeiten“ oder „sich abmühen“. Es ist ein umgangssprachliches und ausdrucksstarkes Wort, das eine intensivere Form der Arbeit beschreibt als das allgemeinere pracować.
Im Lied singt der Protagonist: „Dzieciom mów, że tyram gdzieś na chleb“ (Sag den Kindern, dass ich irgendwo für das Brot schufte). Es vermittelt ein Gefühl von Anstrengung und Opferbereitschaft, um die Familie zu ernähren, und zeigt die Härte des Lebens, die er seinen Kindern verheimlichen möchte.
„Od Dawna Już Wiem“ bedeutet auf Deutsch etwa „Seit Langem weiß ich es“. Kortez erzählt von einer Beziehung, die offenbar zerbricht, während beide noch in derselben gemeinsamen Vergangenheit feststecken. Die angesprochene Person soll leise gehen: „Wyjdź po cichu, nie pal światła“ [Geh leise hinaus, mach kein Licht an]. Zugleich bleibt eine kleine Tür offen: Wenn sie zurückkommen will, soll sie wissen, dass sich zu Hause nichts verändert haben wird. Sie darf sogar die alten Platten mitnehmen, obwohl der Sprecher jeden Ton längst auswendig kennt. Gerade dieses Detail macht die Trennung sehr konkret und fast alltäglich.
Besonders bitter wird es, wenn es um die Kinder geht. Sie sollen hören, der Sprecher arbeite irgendwo hart, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Das polnische „tyram“ ist umgangssprachlich und klingt nach „ich rackere mich ab“, während „na chleb“ wörtlich „für Brot“ heißt, also: um Geld zum Leben zu verdienen. Gleichzeitig sollen die Kinder glauben, dass ihre Mutter ihn noch liebt und zu ihm zurückwill. „Wierz mi lub nie, od dawna już wiem“ [Glaub mir oder nicht, ich weiß es schon lange] klingt dabei fast trotzig. Er weiß offenbar, dass diese Geschichten nicht stimmen, und wundert sich selbst, wie viel man aushalten kann. Sogar seine Gedichte sollen verbrannt werden, weil jede Zeile offen über das Scheitern der beiden spottet. Der Wunsch, den Kindern an Weihnachten einen Besuch anzukündigen, macht die Lüge noch schwerer: Hier geht es nicht um große Gesten, sondern um Platten, Gedichte, Kinder und ein Zuhause, in dem nach dem Abschied scheinbar alles an seinem Platz bleibt.