Virevolte bedeutet, dass sich etwas leicht und elegant im Kreis dreht oder flattert. Im Lied beschreibt es, wie sich das Kleid des Mädchens beim Tanzen dreht: „Pour que sa robe virevolte“. Das bildhafte, romantische Verb ist ungewöhnlich und macht die Szene besonders lebendig.
In „Un Jour Ou L’autre“ beobachtet ein schüchterner Mann eine junge Frau von seinem Fenster aus. Zuerst sieht er „la petite fille aux couettes“ [das kleine Mädchen mit den Zöpfen], später „la demoiselle sur sa bicyclette“ [die junge Dame auf ihrem Fahrrad] und schließlich „la jeune femme moulée dans sa robe verte“ [die junge Frau in ihrem grünen Kleid]. Ob es dieselbe Person in verschiedenen Lebensphasen ist oder ob sich die Bilder einfach weiterbewegen, lässt der Text offen. Sicher ist nur: Sobald er sie sieht, macht sein Herz „boum boum boum“ [bum bum bum]. Das ist die kindlich-verspielte Lautmalerei für heftiges Herzklopfen.
Am Anfang wagt er nicht einmal einen Blick, ein Lächeln oder ein Kopfnicken. Er wartet nur darauf, sie „un jour ou l’autre“ [eines Tages oder irgendwann] wiederzusehen. Später träumt er davon, sie zum Tanzen einzuladen, ihr vielleicht vor der Haustür einen Kuss zu stehlen und herauszufinden, ob er „à ses yeux, il ait la côte“ [bei ihr gut ankommt]. Als sie im grünen Kleid vorbeigeht, rennt er die Treppe hinunter, um ihr näherzukommen. Danach rast seine Fantasie durch „un café, un repas, une histoire d’amour, une rupture“ [einen Kaffee, ein Essen, eine Liebesgeschichte, eine Trennung] und landet wieder am Fenster. Genau das ist der charmante Witz des Liedes: Ein einziger Blick reicht ihm für eine ganze Liebesgeschichte, während er in Wirklichkeit noch immer hofft, sie überhaupt anzusprechen.