Infortune bedeutet 'Unglück' oder 'Missgeschick'. Es ist ein eher gehobenes und poetisches Wort, das man nicht alltäglich hört.
Im Lied fragt der Erzähler die Mondin nach seinen Leiden und stellt fest, dass er nicht heilt. Er sagt sich dann: "quelle infortune" (welch ein Unglück), um seine missliche Lage zu beschreiben. Die Verwendung dieses Wortes verleiht dem Text eine gewisse Dramatik und Melancholie, die gut zur Stimmung des Liedes passt.
In „J’ai demandé à la lune“ [Ich habe den Mond gefragt] spricht ein verletzter Mensch mit dem Mond, weil er offenbar keine bessere Ansprechperson findet. Er zeigt ihm seine „brûlures“ [Verbrennungen oder Wunden], doch der Mond macht sich über ihn lustig. Auch der Himmel sieht nicht gerade tröstlich aus, und die Heilung kommt nicht voran. Diese Mischung aus großen Himmelsbildern und sehr persönlicher Verzweiflung ist zugleich traurig und ein bisschen absurd: Der Mond wird zum ziemlich unhilfreichen Ratgeber.
Im Mittelpunkt steht die bange Frage: „Si tu voulais encore de moi“ [Ob du mich noch willst]. Die Antwort des Mondes, „j’ai pas l’habitude de m’occuper des cas comme ça“ [Ich bin es nicht gewohnt, mich um solche Fälle zu kümmern], ist herrlich trocken und fast frech. Das Paar war sich einst sicher, redete aber auch davon, dass alles nur ein Abenteuer sein und nicht lange dauern könnte. Jetzt findet die erzählende Person kaum Worte, erwartet immer das Schlimmste und sagt sogar, dass das Beste wehtut. So entsteht das Bild einer Beziehung, in der Hoffnung, Angst und Selbstzweifel ständig gegeneinander kämpfen.