Supérame ist die Befehlsform von superar („überwinden“, „hinter sich lassen“) mit dem angehängten Pronomen -me („mich“). In „¡Ya, supérame!“ bedeutet es nicht wörtlich „Übertriff mich“, sondern selbstbewusst: „Komm endlich über mich hinweg!“
Das Wort ist besonders einprägsam, weil es zugleich den Titel und die zentrale Botschaft des Liedes bildet: Die Sängerin oder der Sänger hat die Beziehung bereits abgeschlossen und fordert die andere Person auf, dasselbe zu tun.
Kennst du diese Ex-Partner, die einfach keinen Wink mit dem Zaunpfahl verstehen? Genau darum geht es in „Ya Supérame“ von Grupo Firme. Die Band packt direkt zu Beginn den verbalen Vorschlaghammer aus: „¿Qué parte no entiendes cuando te digo que no? ¿La N o la O?“ („Welchen Teil verstehst du nicht, wenn ich Nein sage? Das N oder das O?“). Trockener und direkter geht es kaum. Der Erzähler hat die andere Person längst überall blockiert („de todos lados ya te bloqueé“), aber die Nachricht scheint im Kopf des Gegenübers noch nicht angekommen zu sein.
Der Refrain schreit einem die Botschaft förmlich entgegen: „¡Ya, supérame!“ bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „Überwinde mich schon!“ oder umgangssprachlich ganz klar: „Komm endlich über mich hinweg!“. Besonders fies und treffend ist die Zeile „Tienes que saber perder, igualito que sabes mentir“ („Du musst verlieren lernen, genauso gut wie du lügen kannst“). Am Ende gibt es noch einen typisch mexikanischen Spruch auf den Weg: „Que no te arda estar sin mí“. Das Verb arder heißt eigentlich brennen, meint hier aber im übertragenen Sinne: Lass es dich nicht so wurmen oder fuchsen, jetzt ohne mich dazustehen. Eine herrliche Hymne für alle, die ein altes Kapitel endgültig zugeschlagen haben.