Cry baby ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für eine Person, die häufig und leicht weint oder sich über Kleinigkeiten beschwert. Es ist ein eher abfälliger, aber auch liebevoll gemeinter Begriff.
Im Lied wird "Don't want no cry baby at my door, I'll let him go" (Ich will kein Heulsuse vor meiner Tür, ich lass ihn gehen) gesungen, um den Ex-Partner zu beschreiben, der jetzt weint, weil er die Beziehung verloren hat.
In „Cry Baby“ von Clean Bandit, Anne-Marie und David Guetta tauchen wir in eine dramatische Trennung ein, bei der die Protagonistin die Nase voll von den Lügen ihres Partners hat. Sie weiß genau, was letzte Nacht passiert ist – „I know what you did last night“ – und riecht sogar fremdes Parfüm. Obwohl es nicht in Ordnung ist, hat sie ihre Entscheidung getroffen: „I gotta let you go.“ Sie ist bereit, einen Schlussstrich zu ziehen und die Beziehung zu beenden.
Jetzt sind die Rollen vertauscht! Der Partner vergießt Tränen, doch die Protagonistin hat kein Mitleid. Sie ist nicht mehr das Mädchen von früher – „Boy, I ain't the same girl I was before“ – und hat die Koffer vor die Tür gestellt. Sie will nicht mehr reden und ist sogar gelangweilt: „Can you hurry up? I'm bored.“ Die Tränen des Partners rühren sie nicht, denn sie weiß, dass er nur weint, weil sie ihn nicht mehr zurückhaben will: „You're only crying 'cause I don't want you back no more.“ Er hatte seine Chance, und jetzt kann er weiter weinen, denn sie ist stark genug, um allein weiterzugehen.