Déraille kommt vom Verb dérailler, was wörtlich „entgleisen“ bedeutet, wie ein Zug, der die Schienen verlässt. Es ist ein bildhaftes Wort, das man nicht oft in Liedern hört.
Im Kontext des Liedes fragt der Sänger: „C'est peut être moi qui déraille“ (Vielleicht bin ich es, der entgleist). Er benutzt es metaphorisch, um auszudrücken, dass er sich vielleicht von der Norm entfernt oder verrückt wird, weil er die Welt um sich herum in Frage stellt. Es vermittelt ein Gefühl von Unsicherheit und Rebellion, was es zu einem sehr einprägsamen Wort macht.
Claudio Capéo nimmt uns in „Je Sais Pas Vous“ mit auf eine persönliche Reise der Selbstbehauptung. Er beginnt mit der Frage, ob andere auch so denken, und gibt zu, dass er vielleicht „fou“ [verrückt], „naïf“ [naiv] oder ein „rêveur ultra sensible“ [ultra-sensibler Träumer] ist, wie ihm oft gesagt wird. Aber diese Selbstzweifel halten ihn nicht davon ab, eine klare Haltung einzunehmen.
Der Song ist eine direkte Ansage an alle, die versuchen, das Leben anderer zu bestimmen. Claudio Capéo hat Schwierigkeiten zu glauben, dass „dix abrutis en costard“ [zehn Idioten im Anzug] uns die Geschichte diktieren können. Er will „faire et pas me laisser faire“ [machen und sich nicht machen lassen], denn das Leben ist kurz und er hat schon genug Umwege gemacht. Er hat seine eigenen Regeln aufgestellt – „Mes idées, ma vérité, ma réalité“ [Meine Ideen, meine Wahrheit, meine Realität] – und fordert immer wieder: „Laissez-moi“ [Lasst mich]. Es ist ein Lied über die Freiheit, seinen eigenen Weg zu gehen und sich von niemandem das Licht verstecken zu lassen, denn „c'est tout seul qu'on traverse une vie d'homme“ [man geht ein Männerleben ganz allein durch].