Acostumbrando kommt vom Verb acostumbrar, was „gewöhnen“ oder „sich gewöhnen“ bedeutet. Es ist ein interessantes Wort, da es die subtile, aber tiefgreifende Art und Weise beschreibt, wie wir uns an Dinge oder Menschen in unserem Leben anpassen.
Im Lied singt Carlos Rivera: „De ti lo fuiste acostumbrando“ (Du hast es daran gewöhnt). Er spricht hier von seinem Herzen, das sich an die Anwesenheit und Liebe der anderen Person gewöhnt hat. Es ist eine schöne Art auszudrücken, wie sehr sein Herz von dieser Beziehung geprägt wurde und wie schwer es ist, ohne sie weiterzuleben.
Der mexikanische Pop-Sänger Carlos Rivera packt in „Regrésame Mi Corazón“ eine ziemlich dramatische Trennung an, bleibt dabei aber erstaunlich fair. Die Geschichte startet mit schönen Erinnerungen an Blicke, Küsse am frühen Morgen und das ehrliche Geständnis: „Qué bonito cuando despertabas / Por la madrugada, sólo con un beso“ (Wie schön war es, als du morgens aufgewacht bist, nur mit einem Kuss). Doch die Beziehung ist vorbei, scheinbar völlig grundlos („sin un motivo“), und die andere Person will alles vergessen. Hass gibt es von Carlos trotzdem nicht – stattdessen wünscht er ihr sogar ehrlich Glück („Quiero que seas feliz“).
Was er aber unbedingt zurückbraucht, ist sein Herz. Und das meint er fast schon wörtlich: „Regrésame mi corazón / Lo voy a estar necesitando“ (Gib mir mein Herz zurück, ich werde es brauchen). Die Zeile „De ti lo fuiste acostumbrando“ zeigt schön, worum es geht: Er hat sein Herz viel zu sehr an sie gewöhnt, und jetzt weiß er gar nicht mehr, was er ihm sagen soll. Seine Botschaft ist herrlich trotzig und pragmatisch zugleich: „La vida sigue sin ti, yo no me voy a morir / Pero regrésame al cuerpo este corazón para vivir“ (Das Leben geht ohne dich weiter, ich werde schon nicht sterben / Aber gib meinem Körper dieses Herz zurück, um zu leben). Kein tödlicher Liebeskummer, sondern die klare Forderung nach den eigenen Lebensgeistern!