Morra ist ein umgangssprachlicher Begriff, der in Mexiko und Teilen Lateinamerikas verwendet wird, um ein junges Mädchen oder eine Freundin zu bezeichnen. Es ist ein informelles Wort, das man nicht in jedem Lied findet.
In diesem Lied fragt Becky G: "Si aún fuera tu morra, ¿qué no haríamos?" (Wenn ich immer noch dein Mädchen/deine Freundin wäre, was würden wir nicht tun?). Die Verwendung von morra verleiht dem Text eine authentische und persönliche Note, die die emotionale Tiefe der Beziehung unterstreicht.
Kennst du das Gefühl, wenn eine Trennung dir den Alltag komplett zerlegt? Genau darum geht es Becky G und DannyLux in "CRIES IN SPANISH". Die beiden hängen fest in Gedanken an ein alternatives Ende: „A veces me imagino que tuvimos el final que los dos queríamos“ („Manchmal stelle ich mir vor, wir hätten das Ende gehabt, das wir beide wollten“). Plötzlich bleiben gemeinsame Rituale unvollendet. Die Zeile „Nunca supe cómo acabó la serie“ („Ich habe nie erfahren, wie die Serie ausging“) trifft den Nagel auf den Kopf: Man schaut die Serie einfach nicht mehr weiter, meidet den Stammplatz vom Freitagabend („No voy al lugar donde íbamos los viernes“) und fragt sich verletzt, ob der Ex-Partner überhaupt ein Herz in der Brust trägt.
Besonders spannend für dein Spanisch sind die mexikanischen Slang-Wörter im Text. Becky G singt: „Si aún fuera tu morra...“ – das Wort „morra“ bedeutet in Mexiko umgangssprachlich schlicht „Freundin“ oder „Mädchen“. Später heißt es: „Al chile no puedo y la neta ni quiero“. „Al chile“ und „la neta“ sind zwei extrem beliebte Ausdrücke, die beide so viel wie „ehrlich gesagt“ oder „um die Wahrheit zu sagen“ bedeuten. Der Song packt diesen typischen Frust an der Wurzel: Wenn der Ex doch behauptet hat, man sei seine ganze Droge („Según yo era tu droga“) und er könne keinen Tag ohne einen leben („Según no vivías un día sin mí“) – warum zum Teufel steht er dann jetzt nicht vor der Tür?