Récolter bedeutet wörtlich „ernten“. Im Lied steht es in der festen Redewendung „récolter ce que tu as semé“, also „ernten, was man gesät hat“: Die andere Person muss nun die Folgen ihrer eigenen Handlungen tragen. Das bildhafte Sprichwort macht das Wort besonders einprägsam.
In „Solo“ von Zaho, der Künstlerin aus Algerien und Kanada, und Tayc steckt eine Beziehung, die nach Streit und Trennung nicht einfach aus dem Kopf verschwindet. Die andere Person taucht sogar noch im Schlaf auf: „Il faut que t'arrêtes d'apparaître dans mon sommeil“ [Du musst aufhören, in meinem Schlaf aufzutauchen]. Gleichzeitig sagt die erzählende Person ganz direkt: „Depuis que tu n'es plus là, rien n'est plus pareil“ [Seit du nicht mehr da bist, ist nichts mehr wie vorher]. Sie wollte mit diesem Menschen „atteindre le sommet“ [den Gipfel erreichen], doch jetzt bleibt vor allem Schmerz. Die Zeile „récolter ce que tu as semé“ [ernten, was du gesät hast] ist ein französisches Sprichwort: Wer bestimmte Dinge tut, muss später mit ihren Folgen leben.
Besonders stark ist der wiederholte Vorwurf „Bébé, tu me fais mal à la tête“ [Baby, du bereitest mir Kopfschmerzen]. Gemeint sind nicht nur körperliche Schmerzen, sondern der ganze Stress und das Gedankenchaos dieser Beziehung. Die Person verlangt Ehrlichkeit, weil sie „ce poids“ [diese Last] nicht mehr allein tragen kann. Beide haben sich beleidigt, sich sogar den Tod gewünscht, und Tränen sind geflossen. Deshalb klingt „Je finirai solo“ [Ich werde allein enden] zugleich verletzt und entschlossen: Wenn die andere Person keine klare Entscheidung trifft, bleibt nur der Weg allein. „Solo“ bedeutet hier also schlicht „allein“ und wird zum bitteren, aber sehr klaren Refrain.