Червонец (tschervonets) ist ein interessantes Wort, das sich auf eine alte russische Goldmünze oder später auf einen Zehn-Rubel-Schein bezieht. Es ist nicht alltäglich und verleiht dem Text eine besondere, fast nostalgische Note.
Im Lied sagt der Sänger: "Хоть за червонец, хоть за сто" (Ob für einen Zehn-Rubel-Schein, ob für hundert), um auszudrücken, dass er nirgendwo Blumen kaufen konnte, egal wie viel Geld er gehabt hätte. Es unterstreicht seine Verzweiflung und die Unmöglichkeit, ein Geschenk zu finden, selbst wenn er bereit wäre, viel zu bezahlen.
In „Сто часов“ („Hundert Stunden“) zählt ein Wiedersehen nicht in großen Versprechen, sondern in genau 100 gemeinsamen Stunden. Der Erzähler war lange unterwegs und hat seine Partnerin vermisst. Jetzt kommt er mit dem Flugzeug an und bittet sie, seine Müdigkeit zu vertreiben: „Скорей сними мою усталость“ [Nimm mir schnell meine Müdigkeit]. Sie soll traurige Nachrichten für später aufheben, Essen auf den Tisch bringen und einfach ihre Wange an seine legen. Heute Nacht wollen beide lange nicht schlafen, weil die gemeinsame Zeit so kurz ist. Gerade diese genaue Zahl macht das Lied so liebenswert: Hundert Stunden klingen viel, aber für zwei Menschen, die sich lange nicht gesehen haben, sind sie sofort kostbar.
Die Begegnung ist zugleich herzlich und ein wenig komisch. Er stellt fest, dass sie abgenommen hat und jünger aussieht, und sagt, sie sei ihm dadurch noch lieber geworden. Blumen hat er wieder nicht dabei, denn „в небе взять их просто негде“ [Im Himmel kann man sie einfach nirgends kaufen]. Die Formulierung „хоть за червонец, хоть за сто“ [nicht einmal für zehn oder hundert] meint: Selbst Geld würde ihm im Flugzeug keine Blumen verschaffen. Am Ende wartet schon die nächste lange Reise. Ihre „венок из ожиданий“ [ein Kranz aus Erwartungen] steht für all die Zeit, in der sie auf ihn warten muss. Trotzdem glaubt er daran, dass sie auf das nächste Wiedersehen warten wird und dass er wieder für „сто часов“ [hundert Stunden] zu ihr fliegt.