Capricho bedeutet "Laune" oder "Eigenart". Es ist ein interessantes Wort, da es oft eine plötzliche, unbegründete oder exzentrische Entscheidung beschreibt.
Im Lied fragt sich die Sängerin, warum ihre Beziehung nicht funktioniert hat, und schlägt vor, dass es "tal vez un capricho de Dios" (vielleicht eine Laune Gottes) war. Diese poetische Verwendung verleiht dem Schicksal eine menschliche Note und macht das Wort besonders einprägsam.
Hast du dich jemals gefragt, was aus einer verflossenen Liebe in einem Paralleluniversum geworden wäre? Genau darum geht es im Pop-Duett „En Otra Vida“ der argentinischen Sängerin Yami Safdie und Lasso. Die beiden malen sich eine alternative Realität aus, in der alles perfekt geklappt hat: Sie heiraten, reisen um die Welt, ziehen in eine kleine Wohnung im zweiten Stock („pisito en el segundo“) und ihre Eltern verstehen sich blendend. Sogar die imaginären Kinder erben das Beste von beiden: „mi paciencia y tu sonrisa“ (meine Geduld und dein Lächeln). Sie bringen diesen Kontrast mit einem herrlich ehrlichen Fluch auf den Punkt: „Mierda, que nos fue genial en otra vida“ (Verdammt, lief das super in einem anderen Leben)!
In der echten Gegenwart sieht es dagegen bitter aus: „En esta sólo me tocó perderte“ (In diesem Leben blieb mir nur, dich zu verlieren). Warum es schiefging, wissen die beiden selbst nicht genau – vielleicht eine Laune des Schicksals oder einfach fehlender Mut („el coraje que siempre faltó a los dos“). Und obwohl der Traum vom Happy End so lebendig wirkt, dass sich das Wachsein wie der eigentliche Albtraum anfühlt, bleibt die Tür einen Spaltbreit offen: „Pero yo aquí te esperaré / Si cambias de opinión“ (Aber ich werde hier auf dich warten, falls du deine Meinung änderst).