La flaca bedeutet wörtlich „die Dünne“, ist hier aber eine bildhafte Bezeichnung für den Tod. In der Zeile „Antes de que por mí venga la flaca“ personifiziert der Sänger den Tod als eine lachende, dünne Gestalt, was dem Lied eine ungewöhnliche und einprägsame Note verleiht.
In „Mi Entorno“ schaut Virlan García auf die Menschen und Werte, die ihn heute umgeben. Er sagt: „Mi entorno he mejorado“ [Mein Umfeld hat sich verbessert] und meint damit vor allem die Leute, die er an seiner Seite hält. Manche grüßen ihn jetzt, weil er Geld hat: „Ya me saludan porque hay billete“ [Jetzt grüßen sie mich, weil Geld da ist]. Das klingt ziemlich direkt und ein bisschen bitter. Er bleibt nach eigener Aussage derselbe, während sich die Menschen um ihn herum verändern. „Engordo la paca“ bedeutet wörtlich, dass er das Geldbündel dicker macht. Zusammen mit „antes de que por mí venga la flaca“ [bevor die Dürre zu mir kommt] ist das eine scherzhafte, makabre Anspielung auf den Tod: Er will seinen Weg weitergehen und vorsorgen, solange er noch Zeit hat.
Besonders schön ist sein Bild von der selbst gewählten Familie: „Familia que uno escoge“ [Familie, die man sich aussucht]. Für ihn sind diese Menschen heilig, und sein Lebensprojekt ist schlicht, dass es der Familie gut geht. Seine persönliche Religion beschreibt er so: „ser bueno“ [gut zu sein], weil Gott ihn beobachtet. Außerdem bittet er darum, anderen zu helfen, ob Freund oder Bruder, denn „no sabes qué hay debajo del surco“ [du weißt nicht, was unter der Furche liegt]. Das ist ein bildhafter Hinweis darauf, dass man nie weiß, was jemand unter seiner Oberfläche oder in seiner Geschichte trägt. Die Botschaft bleibt dabei angenehm bodenständig: nicht auf jedes Gerede hören, die richtigen Menschen bei sich behalten, helfen, wenn man kann, und die Zukunft Gott und der Zeit überlassen.