Squarciagola ist ein interessantes Wort, das wörtlich „die Kehle aufreißen“ bedeutet und im Ausdruck „ridere a squarciagola“ (aus voller Kehle lachen) verwendet wird.
Es ist ein sehr bildhaftes Wort, das ein lautes, ungehemmtes Lachen beschreibt. Im Lied drückt es die Widerstandsfähigkeit und Freude der Ausgeschlossenen aus, die trotz allem lachen können, was eine starke emotionale Botschaft vermittelt.
Ultimo singt hier von einer Haltung zum Leben, die zugleich entschlossen und verletzlich klingt. „Preferisco vivere“ [Ich ziehe es vor zu leben] und „Preferisco stringere / Che lasciare perdere“ [Ich ziehe es vor, festzuhalten, statt aufzugeben] machen sofort klar: Er will nicht ständig um Erlaubnis bitten oder Dinge einfach loslassen. Das Leben ist für ihn „questo viaggio che parte da sé“ [diese Reise, die von selbst beginnt] und „non chiede il permesso mai a me“ [die mich nie um Erlaubnis bittet]. Besonders schön ist sein Wunsch, auch „un semplice minuto“ [eine einfache Minute] wirklich zu genießen, statt nur auf die Zukunft zu warten.
Gleichzeitig sucht das Lied Nähe und Vertrauen. Zwei Menschen wollen sich trennen, finden aber wieder zueinander, erzählen sich ein Geheimnis und bauen ihre alten Überzeugungen neu auf. Der Erzähler bittet die andere Person, sich ein wenig auf ihn zu verlassen, während er selbst hofft, dass sie ihn „salvi“ [rettet]. Der 22. September wird zu einem persönlichen Ort in der Zeit: Er möchte dorthin zurück, weiß aber, dass er jetzt aufstehen und aussteigen muss. Am Ende klingt daraus ein Auftrag: Er will „cantare in pieno inverno / Per dar la primavera“ [im tiefsten Winter singen, um den Frühling zu geben]. Das ist groß gedacht, fast ein bisschen verrückt, aber genau darin liegt der Charme des Liedes: Trotz Enttäuschungen, kalter Abende und unerfüllter Träume weitergehen und anderen etwas Helles geben.