„Rói e devora“ bedeutet wörtlich „zermürbt und verschlingt“. Die Verben beschreiben hier den Schmerz bildhaft wie etwas, das einen von innen auffrisst, und machen die Zeile besonders eindringlich und poetisch.
Im Kontext des Liedes geht es um eine vergangene Verletzung, die schließlich verschwunden ist: „E a dor que rói e devora / Foi embora“ bedeutet „Und der Schmerz, der zermürbt und verschlingt, ist gegangen“. Die ungewöhnliche Bildsprache macht diese Wendung zu einem einprägsamen Lernmoment.
„E agora“ bedeutet „Und jetzt“. In SYROs Lied spricht jemand zu seiner Familie und schaut auf das Erwachsenwerden zurück. Die Mutter erkennt er in seinem eigenen Wesen: „És parte de mim“ [Du bist ein Teil von mir]. Auch an den Vater erinnert er sich, doch die Dankbarkeit bleibt unsicher: „Será que foi sempre sincero?“ [War es immer ehrlich gemeint?] Besonders direkt ist der Vorwurf, dass die Eltern nicht da waren, als er sie gebraucht hätte: „Só vos queria ter ao meu lado“ [Ich wollte euch einfach an meiner Seite haben].
Trotz dieser alten Wunde klingt „E agora“ nicht nach endgültigem Abschied. Der Sänger sagt, dass der Schmerz, der ihn „rói e devora“ [zerfrisst und verschlingt], verschwunden ist, und dass er die Liebe seiner Eltern trotzdem erinnert und würdigt. Für seine kleine Schwester ist er geblieben und stark geworden: „Se hoje eu sou forte, eu fi-lo por ti“ [Wenn ich heute stark bin, dann habe ich es für dich geschafft]. Am Ende will er die Vergangenheit „remendar“ [flicken] und wartet sogar verzweifelt auf einen gemeinsamen Neuanfang: „Aqui vos espero“ [Hier warte ich auf euch]. Gerade diese Mischung aus Enttäuschung, Dankbarkeit und Hoffnung macht das Lied so menschlich.