Hazan bedeutet wörtlich „Herbst“ oder „Herbstzeit“. Es ist ein poetischer und etwas seltenerer Ausdruck für diese Jahreszeit im Türkischen, der oft in der Literatur und Musik verwendet wird, um Melancholie oder das Vergehen der Zeit zu beschreiben.
Im Lied wird „Hazan gelmemişti henüz“ (Der Herbst war noch nicht gekommen) verwendet, um einen Zustand der Unschuld oder des Unerfüllten zu beschreiben, bevor eine schmerzhafte Erfahrung oder eine Veränderung eintritt. Es deutet darauf hin, dass die Zeit des Leidens oder der Reife noch nicht gekommen war, was dem Wort eine tiefere, metaphorische Bedeutung verleiht.
In „Derdime“ („Für meinen Kummer“) blickt die erzählende Person auf eine Beziehung zurück, die einmal noch gar nicht begonnen hatte: „Henüz beni sevmemiştin“ („Du hattest mich noch nicht geliebt“). Hände hatten sich nicht berührt, das Gesicht war noch ungesehen, ein Kuss noch nicht passiert. Dann hat sich alles verändert: „Gözümü sen bürüdün“ („Du hast meinen Blick ausgefüllt“). Das türkische Bild „Hazan gelmemişti henüz“ („Der Herbst war noch nicht gekommen“) setzt diese Zeit in eine Jahreszeit, in der der Abschied noch nicht da war. Auch „Elma ağaçtan düşmemişti“ („Der Apfel war noch nicht vom Baum gefallen“) klingt wie ein einfaches Zeichen dafür, dass der entscheidende Moment noch ausstand.
Später wird der Ton deutlich dunkler. Die Person möchte einen Weg finden, der Vergangenheit entkommen und sich von dieser Welt entfernen: „Bir çare olsan derdime“ („Wenn du nur ein Heilmittel für meinen Kummer wärst“). Besonders heftig ist das Bild „Ruhuma sapladın kalbini“ („Du hast dein Herz in meine Seele gestochen“). Es klingt fast körperlich, obwohl die nächste Zeile trocken und bitter feststellt: „Beni öldüremedin ama“ („Du konntest mich aber nicht töten“). Dazu kommen verlorene Gewohnheiten und Erschöpfung: Das Trinken wurde aufgegeben, doch so vergeht das Leben nicht. Das wiederholte „Derdime“ macht aus einem einzelnen Kummer ein Wort, das sich immer weiter im Kopf festsetzt.