Ontloop bedeutet „entfliehen“ oder „ausweichen“. Es ist ein starkes Verb, das die Handlung beschreibt, jemandem oder etwas bewusst aus dem Weg zu gehen.
Im Lied verwendet der Künstler dieses Wort, um die Distanz und Vermeidung in einer Beziehung zu betonen. Er singt: „Ontloop me, vermijd me, Ghost me en ontwijk me“, was die wiederholte Weigerung des Partners, sich ihm zu stellen, unterstreicht und die emotionale Trennung verdeutlicht.
Nobu, ein Künstler aus Japan, singt hier auf Niederländisch über einen Kontakt, der nur noch erschöpft und misstrauisch macht. Gleich am Anfang sagt die Stimme: „Ik hoor al wat je zeggen wilt / En weet dat het niet klopt“ [Ich höre schon, was du sagen willst, und weiß, dass es nicht stimmt]. Das klingt nach jemandem, der dieselben Ausreden bereits kennt und keine weiteren Fragen mehr stellen will. „Bespaar me al je adem“ [Spar dir all deine Worte] ist schön direkt: Bitte keine langen Erklärungen mehr. Mit „Dus baby, stop“ [Also, Baby, hör auf] setzt der Refrain eine klare Grenze, während „Ik geef het op“ [Ich gebe auf] zeigt, dass die Person keine Kraft mehr in diese Verbindung stecken will.
Besonders bissig ist die Zeile „Vraag mij niet meer om liefde / Je verdient geen ene“ [Bitte mich nicht mehr um Liebe / Du verdienst nicht eine einzige]. Das klingt absichtlich hart, fast wie ein endgültiges Urteil. Wenn die andere Person wählen müsste, „dan verliezen we alsnog“ [dann verlieren wir trotzdem]: Egal, wie die Entscheidung ausfällt, beide gehen als Verlierer daraus hervor. Später häufen sich die modernen Abweisungen: „Ontloop me, vermijd me / Ghost me en ontwijk me“ [Geh mir aus dem Weg, meide mich / Ghoste mich und weich mir aus]. „Ghosten“ bedeutet, den Kontakt ohne Erklärung abzubrechen. Die späteren Textsplitter über Lügen, Loslassen und eine Wirklichkeit, die „niet echt“ [nicht echt] ist, bleiben bewusst bruchstückhaft. Genau dadurch wirkt der Song wie ein Gespräch, das schon zu oft geführt wurde und nun in einem letzten, genervten „Stop“ endet.