Reencarnan kommt vom Verb reencarnar, was "wiederverkörpern" oder "reinkarnieren" bedeutet. Es ist ein faszinierendes Wort, das man nicht oft in Liedern hört und das eine tiefere, spirituelle Bedeutung hat.
Im Lied spricht Milo J von Tattoos, die nicht verheilt sind und sich "reinkarnieren". Dies schafft ein starkes Bild von alten Wunden oder Erinnerungen, die immer wieder in neuer Form auftauchen, was dem Text eine mystische und introspektive Ebene verleiht.
Milo J verwendet hier ein starkes Bild, um über seine Vergangenheit zu sprechen: „Tengo unos tatuajes bajo de la piel / Que no cicatrizaron“ (Ich habe Tattoos unter der Haut / die nicht verheilt sind). Er meint damit keine echten Tattoos, sondern emotionale Narben und Erinnerungen, die ihn immer noch prägen. Manche dieser Wunden sind alt und andere scheinen immer wieder neu aufzutauchen. Dieses Gefühl führt dazu, dass er sich fremd in seiner eigenen Haut fühlt – „No me siento propio“ (Ich fühle mich nicht wie ich selbst). Deshalb wünscht er sich beim Anblick des Sonnenuntergangs, das Tempo zu drosseln und alles langsamer angehen zu lassen.
Obwohl er von Möglichkeiten umgeben ist, die er als „luces y soles“ (Lichter und Sonnen) beschreibt, fühlt er sich verloren, wenn er kein Ziel hat. Es ist alles „un embole si no hay donde ir“ (total langweilig, wenn man nirgendwo hingehen kann). Der Song ist also eine Suche nach Richtung und Hoffnung. Er fragt direkt: „Luz, ¿dónde estabas? / Te andaba buscando“ (Licht, wo warst du? / Ich habe dich gesucht). Es geht um den inneren Kampf, sich selbst zu finden und die Vergangenheit zu verarbeiten, ohne sich von der Zeit hetzen zu lassen.