Infractoare bedeutet wörtlich „Gesetzlose“ oder „Straftäterin“. Es ist ein ungewöhnliches und dramatisches Wort, das man nicht oft in Liedern hört.
Im Kontext des Liedes verwendet der Sänger dieses Wort, um seine Geliebte als eine Art „Verbrecherin“ zu beschreiben, die ihn mit ihrer Anziehungskraft und ihren „Lächeln wie Kugeln“ gefangen nimmt. Es verleiht der Liebesgeschichte eine gefährliche und leidenschaftliche Note, die sehr fesselnd ist.
In „Doar Noi“ („Nur wir“) beschreibt Mark Stam eine Anziehung, die sich gleichzeitig wie Gefahr und wie ein Rausch anfühlt. Die angesprochene Frau ist für ihn eine „infractoare“ („Verbrecherin“), deren Lächeln wie Kugeln auf seine schwachen Punkte zielt. Er nennt ihre Berührung „un drog puternic“ („eine starke Droge“) und vergleicht sie mit „un Al Capone în formă de ea“ („einem Al Capone in weiblicher Gestalt“). Damit wird sie nicht wörtlich zur Kriminellen, sondern erscheint als gefährlich verführerische Figur, die seine Vernunft ablehnt, während sein Herz sie trotzdem will. Besonders schön und widersprüchlich ist: „Te-aș venera și blestema“ („Ich würde dich verehren und verfluchen“). Er möchte sie aus dem Kopf bekommen, schafft es aber nicht.
Das Lied macht aus dieser Beziehung ein kleines Unglücksdrama: „Eu titanicul pe val / Tu iceberg infernal“ („Ich bin die Titanic auf den Wellen, du bist ein höllischer Eisberg“). Beide kennen also angeblich das Ende, trotzdem steuert er weiter auf sie zu. Die Erinnerungen an sie verbrennen, doch aus der Asche entsteht er wie ein Phoenix neu. Im Refrain bleibt nur der Wunsch nach „doar noi amândoi“ („nur wir beide“), mit leisen Worten und zarten Küssen. Später wird seine Abhängigkeit noch deutlicher: „Eu sunt o umbră, am nevoie de lumina ta“ („Ich bin ein Schatten, ich brauche dein Licht“), während ihr Duft bereits in seiner Haut steckt. Der bittere Punkt ist, dass sie dasselbe offenbar nicht empfindet. Genau deshalb klingt „Doar noi“ zugleich nach inniger Nähe und nach einem Wunsch, den vielleicht nur einer von beiden teilt.