Gira bedeutet normalerweise „Tournee“ oder „Rundreise“ und ist die feminine Form von giro. Im Lied steht es in der Aufzählung „la noche, los tragos, la gira“ und meint wahrscheinlich das Unterwegssein auf Tour sowie das ausgelassene Nachtleben eines Musikers. Dadurch bekommt das Wort einen spannenden Bezug zur Welt des Sängers.
In „Te Mentiría (Versión Cuarteto)“ singt Luck Ra mit La K'onga über eine Trennung, die längst vorbei sein soll, aber bei jeder Begegnung wieder aufflammt. Der Erzähler behauptet zunächst: „No te voy a mentir, que me va bien de nuevo“ [Ich werde dich nicht anlügen: Mir geht es wieder gut]. Sein neues Leben besteht aus „la noche, los tragos, la gira“ [der Nacht, den Drinks und der Tour]. Doch sobald die ehemalige Partnerin an ihm vorbeigeht, „siento que muero“ [fühle ich, dass ich sterbe]. Das ist herrlich widersprüchlich: Nach außen läuft alles, sogar der Erfolg, aber ein einziger Blick bringt seine Fassade zum Einsturz.
Der Titel bedeutet „Ich würde dich anlügen“ und führt direkt zur ehrlichsten Stelle des Liedes: „Te mentiría si no te digo que a tus brazos de nuevo volvería“ [Ich würde dich anlügen, wenn ich dir nicht sage, dass ich wieder in deine Arme zurückkehren würde]. Sie ist inzwischen angeblich mit einem anderen glücklich, während er trotzdem meint, sie könne „seguir siendo mía“ [weiter meine sein], obwohl es kein „nosotros“ [kein Wir] mehr gibt. Das klingt besitzergreifend und ein bisschen frech, genau deshalb wirkt die Zeile so direkt. Die Cuarteto-Version gibt diesem Hin und Her einen tanzbaren Rahmen: Man kann sich bewegen, während der Text zugibt, dass die alte Liebe noch lange nicht erledigt ist.