Cautiva bedeutet „bezaubert“ oder „fesselt“ und kommt vom Verb cautivar, also „jemanden für sich gewinnen“. Im Lied beschreibt „tu belleza cautiva“, wie die Schönheit der angesprochenen Person ihn völlig fasziniert. Das ist ein poetisches und weniger alltägliches Wort als das einfache gustar.
In „No Es Mentira“ spricht ein verliebter Erzähler sehr direkt zu einer Frau, die für ihn niemand ersetzen kann. Er fragt: „Mírame y dime si me amas“ [Schau mich an und sag mir, ob du mich liebst]. Andere Frauen interessieren ihn nicht, denn sie haben nicht ihre besondere Art und strahlen für ihn nicht so wie sie. Entfernung ist kein Hindernis: „No me importa si lejos estás, yo llegaré“ [Es ist mir egal, wenn du weit weg bist, ich werde zu dir kommen]. Besonders süß ist sein Wunsch, „unos besitos pa' dormir“ [ein paar Küsschen zum Einschlafen] zu bekommen. Das ist romantisch, aber auch ziemlich unverblümt.
Die Frau bringt ihn schon mit einem Lächeln aus dem Konzept: Er findet sie so schön, dass sich jeder in sie verlieben könnte, während sie selbst offenbar nicht merkt, wie attraktiv sie ist. „Decirte que no quiero besarte es mentira“ [Zu sagen, dass ich dich nicht küssen will, wäre eine Lüge] ist der klare Kern des Liedes. „Mentira“ bedeutet „Lüge“, und „no es mentira“ heißt „es ist keine Lüge“. Nach einer kurzen Entschuldigung, weil er zu deutlich geworden ist, folgt also keine Rücknahme, sondern eine Bekräftigung: Er will ihr folgen, sehr lange mit ihr zusammen sein und sie küssen. Die Sprache ist flirtend, körperlich und ohne viel Umweg.