Congelando kommt vom Verb congelar und bedeutet wörtlich „einfrieren“. Im Lied beschreibt es metaphorisch, wie die Beziehung immer kälter und gefühlloser wird: „nos vas congelando poco a poco“ bedeutet „du lässt uns nach und nach erstarren“.
Hast du schon mal gespürt, wie dir jemand langsam entgleitet, noch bevor er überhaupt ein Wort gesagt hat? Genau darum geht es in „Mirada“ von Ivan Cornejo. Das Stück beginnt fast unschuldig mit einem geflüsterten Dialog über Farben: Sie verbindet mit ihm die Farbe Blau, „porque eres tranquilo como el mar“ (weil du ruhig wie das Meer bist). Doch die scheinbare Ruhe trügt gewaltig. Ivan bemerkt sofort den veränderten Blick seines Gegenübers: „Sé que no estoy loco / Me miras tan distinto y sabes bien que lo noto“ (Ich weiß, dass ich nicht verrückt bin / Du siehst mich so anders an und weißt genau, dass ich es merke). Wenn ihre Haut zu Eis wird („Tu piel se hace de hielo“), friert die Beziehung schrittweise ein. Für Ivan gibt es nur zwei Erklärungen: Entweder ist der Zauber verflogen oder da ist längst jemand Neues im Spiel – und „para tres no hay espacio“ (für drei ist hier kein Platz).
Was diesen Song so packend macht, ist seine brutale Ehrlichkeit gegenüber dem eigenen Schmerz. Statt um Gnade zu betteln, fordert er ein schnelles Ende: „Si me vas a matar no lo hagas tan despacio“ (Wenn du mich umbringen willst, mach es nicht so langsam). Er nennt eine Umarmung direkt „abrazo tan falso“ (so eine falsche Umarmung) und ärgert sich über seine eigene Naivität. Seine Freunde hatten ihn gewarnt („Mis amigos me lo advirtieron“), er brach den Kontakt zu ihnen ab und stand am Ende mit gebrochenem Herzen da. Sprachlich spannend für dich: Ivan singt „eso es normal pa' ti“ – das Wörtchen pa' ist im Spanischen die typische, lockere Umgangssprache für para (für). Am Ende bleibt die bittere Gewissheit, dass ihr das Ganze völlig egal ist: „Te encanta verme sufrir“ (Du liebst es, mich leiden zu sehen).