Mariposa bedeutet "Schmetterling" auf Italienisch. Es ist ein wunderschönes und poetisches Wort, das dem Lied seinen Titel gibt.
Im Kontext des Liedes symbolisiert die "Mariposa" die Freiheit, Verwandlung und die vielfältigen Facetten einer Frau. Es ist ein zentrales Motiv, das die Essenz des Liedes einfängt und die Zuhörer dazu einlädt, die tiefere Bedeutung hinter diesem scheinbar einfachen Wort zu entdecken.
Fiorella Mannoias „Mariposa“ ist ein starkes Selbstporträt aus widersprüchlichen Bildern. Die Stimme des Liedes ist zugleich „la strega in cima al rogo“ [die Hexe oben auf dem Scheiterhaufen] und „una farfalla che imbraccia il fucile“ [ein Schmetterling, der ein Gewehr trägt]: verletzlich und kämpferisch, verfolgt und trotzdem nicht klein. Sie nennt sich „una regina senza trono“ [eine Königin ohne Thron], eine Braut, eine Flamme im Meer und „un grido nel silenzio“ [ein Schrei in der Stille]. Besonders schön ist die Zeile „Una metà: sono l’intero“ [Eine Hälfte: Ich bin das Ganze]. Sie weist damit die Idee zurück, dass ihr etwas fehlen müsse.
Im Refrain heißt es: „Mi chiamano con tutti i nomi / Tutti quelli che mi hanno dato“ [Sie nennen mich mit allen Namen, die sie mir gegeben haben]. Doch hinter all diesen Bezeichnungen bleibt sie frei, stolz und singt. Die weiteren Bilder reichen von Tagebuch und Gedicht bis zum Bordell, vom Schleier bis zum Orgasmus, von Mutter, Tochter und Schwester bis zu „una, nessuna, centomila“ [eine, keine, hunderttausend]. Das ist eine Anspielung auf viele verschiedene Rollen und Gesichter, die eine Frau tragen kann, ohne auf eines davon festgelegt zu werden. Der Schmetterling im Titel passt deshalb wunderbar: Er steht hier nicht für zarte Dekoration, sondern für eine Figur, die sich verwandelt, durch Wüste und Schlamm geht und am Ende sagt: „E per sempre sarò libera“ [Und für immer werde ich frei sein].