Tournis bezeichnet ein Schwindelgefühl oder das Gefühl, dass sich alles dreht. Im Lied beschreibt „le tournis des petits gars qui courent“, wie die Liebe Menschen ganz aufdreht und ihnen den Kopf verdreht. Das ungewöhnliche, bildhafte Wort macht die Wirkung der Liebe besonders lebendig.
In „L’amour“ feiern Christophe Maé, Amadou & Mariam die vielen, oft widersprüchlichen Wirkungen der Liebe. Sie lässt Menschen träumen, erröten, lügen, weinen und lächeln. Die Zeile „Ça fait du bien tout court“ [Das tut einfach gut] klingt dabei herrlich direkt: Liebe muss nicht erklärt werden, sie wirkt schon. Zugleich gibt es überdrehte Bilder wie „Ça donne des ailes aux gens“ [Sie verleiht den Menschen Flügel] und „Ça fait planer“ [Sie lässt einen schweben]. Liebe verändert also den Blick auf die Welt, manchmal so sehr, dass ringsum „le vide“ [die Leere] entsteht und alles andere kurz unwichtig wirkt.
Der Refrain hält sich ganz schlicht an zwei Menschen: „On est deux, mon amour“ [Wir sind zu zweit, meine Liebe], danach immer wieder „L’amour, l’amour, l’amour“. Besonders schön ist, wie konkret und ein bisschen frech die späteren Bilder werden: Liebe lässt Menschen Kilometer zurücklegen, Lampenschirme ausschalten oder sogar zerbrechen, eine Zigarette anfangen und später wieder aufhören. Zwischen „âmes sœurs“ [Seelenverwandte] und solchen kleinen Alltagseskapaden zeigt das Lied Liebe als etwas, das Körper und Gewohnheiten durcheinanderbringt. Am Ende bleibt die beruhigende Antwort des Refrains: „Tout va bien, mon amour“ [Alles ist gut, meine Liebe].