Dolceamara bedeutet 'bittersüß' und ist eine wunderschöne Kombination aus den Wörtern 'dolce' (süß) und 'amara' (bitter).
In "Tropicana" beschreibt das Lied eine "danza dolceamara" (bittersüßen Tanz), was perfekt die Stimmung des Songs einfängt: eine Mischung aus Freude und Melancholie, die oft mit Sommernächten und flüchtigen Momenten verbunden ist. Es ist ein poetisches Wort, das eine tiefere Emotion vermittelt als nur 'süß' oder 'bitter' allein.
„Tropicana“ fühlt sich an wie eine Sommernacht zwischen Stadtstress und Tanzfläche. Die Bilder sind bewusst widersprüchlich: „Ho visto l'Amazzonia tra i fumi della città“ [Ich habe den Amazonas im Rauch der Stadt gesehen] und „Tramonto chimico“ [chemischer Sonnenuntergang] verbinden Dschungel und Beton, Natur und Abgase. Dazu kommen Sirenen und Zikaden, eine volle Mondnacht und ein Tanz, der trotz drohendem Unwetter weitergeht: „Ballo anche se arriva il temporale“ [Ich tanze auch, wenn das Gewitter kommt]. „Tropicana“ wirkt dabei wie ein eigener Ort oder Zustand, in dem die Nacht gleichzeitig süß und bitter ist. Die „Macarena“ ist einfach der bekannte Tanz, während „Dancehall“ im Intro auf einen von Reggae und Karibik geprägten Partystil verweist.
Besonders schön ist, wie die beiden aus einer bedrückenden Umgebung einen gemeinsamen Moment machen. Die Stadt wird zur dunklen „giungla“ [Dschungel], aber mit der richtigen Person scheint der Himmel blauer: „Con te il cielo sembra più blu“ [Mit dir scheint der Himmel blauer]. Die Zeile „Un altro domani io l'aspetterò / Senza troppi piani“ [Auf ein neues Morgen werde ich warten / ohne zu viele Pläne] passt dazu: Nicht alles muss jetzt erklärt oder geplant werden. Lieber bleibt man auf der Tanzfläche, macht „quel poco“ [das Wenige], das möglich ist, zusammen und verrät noch nicht das Ende der Nacht.