Marchitó kommt vom Verb marchitarse und bedeutet „verwelken“ oder „verdorren“. Im Lied wird das Wort bildlich verwendet: Der Mann, der ihre „Rose“ zertrat, glaubte, sie hätte dadurch ihre Schönheit und Kraft verloren, doch der Sänger möchte sie wieder aufrichten.
In „Virgen“ spricht ein Mann zu einer jungen Frau, die von jemandem verletzt wurde, der ihre Unschuld ausgenutzt hat. Gleich am Anfang ist er ungewöhnlich direkt: „No finjas, que ya lo sé todo“ [Tu nicht so, ich weiß schon alles]. Er macht ihr klar, dass ihre erste Erfahrung bereits hinter ihr liegt, aber auch, dass sie sich dafür nicht schämen soll: „Eso no es todo en el amor“ [Das ist nicht alles, was Liebe ausmacht]. Der Titel und die Bilder von Unschuld, Tränen und einer „rosa“ [Rose] zeigen, wie stark das Lied um ihre verlorene Jungfräulichkeit und die Angst vor einer neuen Beziehung kreist.
Der Mann verspricht, anders zu sein als derjenige, der sie verletzt hat. „Te amaré y cuidaré / Y te protegeré“ [Ich werde dich lieben, mich um dich kümmern und dich beschützen] klingt sehr groß, stellenweise sogar ein bisschen dramatisch. Er bittet sie, ihre Vergangenheit loszulassen, zu lachen und sich wieder auf Liebe einzulassen. Besonders schön ist das Bild: „Tú corres por mis venas“ [Du fließt durch meine Adern]. Für ihn gehört sie ganz zu seinem Leben, und er erklärt sich selbst zum Menschen, der „para toda la vida“ [für das ganze Leben] bei ihr bleiben will. Das Lied verbindet also Trost, starke Versprechen und eine ziemlich leidenschaftliche Vorstellung davon, dass eine neue Liebe alte Verletzungen heilen kann.