Ivresse bedeutet wörtlich „Rausch“ oder „Ekstase“ und wird oft für einen überwältigenden Zustand starker Gefühle verwendet.
Im Lied beschreibt Adèle Castillon damit die berauschende Wirkung der Liebe: Sie gibt ihr Herz, das nur noch von diesem intensiven Gefühl erfüllt ist. Das poetische Wort ist ungewöhnlich und kann sowohl an Verliebtheit als auch an einen körperlichen Rausch erinnern.
In „Rêve“ singt die französische Künstlerin Adèle Castillon von einer Liebe, die zwischen Filmfantasie und Angst feststeckt. Die erzählende Person träumt von großen Gesten: „On se prendra la main“ [Wir werden uns an die Hand nehmen], gemeinsam „très, très loin“ [sehr, sehr weit] gehen und am Ende glücklich in den Armen des anderen landen. Doch kaum wird diese Fantasie greifbar, kippt sie ins Schmerzliche: „Plus j’te vois, tu m’abîmes“ [Je mehr ich dich sehe, desto mehr machst du mich kaputt]. Das umgangssprachliche „j’te“ ist die verkürzte Form von „je te“, und „m’abîmer“ bedeutet hier nicht wörtlich, jemanden zu beschädigen, sondern innerlich zu verletzen.
Besonders spannend ist der Widerspruch: Die Person sagt „Je rêve d’amour“ [Ich träume von Liebe], hat aber zugleich „Peur d’amour“ [Angst vor der Liebe]. Sie möchte den anderen „pour toujours“ [für immer] umarmen, spricht sogar von einer Umarmung „pour la mort“ [bis zum Tod], und löscht sich bei einem einzigen Blick aus: „Un regard et je m’efface“ [Ein Blick, und ich verschwinde]. In der zweiten Strophe wechseln die Perspektiven: Nun wird die singende Person selbst zum „objet de tes soupirs“ [Gegenstand deiner Seufzer]. So klingt das Lied wie ein schwankendes Gespräch zwischen zwei Menschen, die sich gegenseitig begehren und verletzen. Der Titel „Rêve“ bedeutet „Traum“ und passt perfekt zu dieser Mischung aus Kinoromantik, Tränen und der ziemlich direkten Erkenntnis: Ein Blick kann hier alles bedeuten, aber auch alles zum Verschwinden bringen.