Fagulhando kommt vom Verb fagulhar, was "funkeln" oder "glitzern" bedeutet. Es ist ein eher seltenes und poetisches Wort, das man nicht oft in Liedern hört.
In diesem Lied wird es verwendet, um die ewige und lebendige Leidenschaft in einer Beziehung zu beschreiben: "'O Beijo' para sempre fagulhando em cores" (Der Kuss, für immer in Farben funkelnd). Es malt ein wunderschönes Bild von einer Liebe, die immer hell und farbenfroh leuchtet, wie ein Kunstwerk von Klimt.
Vanessa da Mata singt in „Te Amo“ von einer Liebe, die sich gegen Angst und fremde Ratschläge behaupten muss. „Mas o pior não é não conseguir / É desistir de tentar“ [„Das Schlimmste ist nicht, es nicht zu schaffen, sondern aufzugeben, es zu versuchen“]. Danach erinnert sie sich an Witze, Klischees und Enttäuschungen über das Zusammenleben und Heiraten. „Se entregar seria fraquejar“ [„Sich hinzugeben wäre Schwäche“] klingt wie ein Satz, den sie früher gehört hat und nun zurückweist. Ihr eigenes Gegenargument ist denkbar klar: „Te amo“ [„Ich liebe dich“], immer wieder, ohne sich dafür zu entschuldigen.
Natürlich lässt sie auch Zweifel zu: Was, wenn die Zeit den geliebten Menschen verändert und die beiden sich eines Tages nicht mehr erkennen? Was, wenn die Beziehung ihren Sinn verliert und sie sich selbst verliert? Trotzdem findet sie ein starkes Bild für ihre Hoffnung: „nós somos um quadro de Klimt, ‘O Beijo’“ [„wir sind ein Bild von Klimt, ‚Der Kuss‘“]. Gemeint ist Gustav Klimts berühmtes Gemälde, auf dem ein Paar eng umschlungen in goldenen Farben zu sehen ist. Die Liebe soll dort „para sempre fagulhando em cores“ [„für immer in Farben funkelnd“] bleiben. Am Ende sieht sie sich mit diesem Menschen als „dois velhos felizes / de mãos dadas numa tarde de sol“ [„zwei glückliche alte Menschen, Hand in Hand an einem sonnigen Nachmittag“]. Das ist ziemlich groß gedacht, aber gerade deshalb passt der schlichte, wiederholte Refrain so gut: „Te amo“ [„Ich liebe dich“].