Martirio bedeutet wörtlich „Martyrium“ oder „Qual“. Es ist ein starkes und dramatisches Wort, das man nicht jeden Tag in Liedern hört.
In diesem Lied verwendet der Sänger es, um die extreme Qual und das Leid zu beschreiben, das er empfindet, weil er nicht mit der Person zusammen ist, die er liebt. Er singt: „Debo de aceptar que todo fue un martirio por no estar contigo“ (Ich muss akzeptieren, dass alles ein Martyrium war, weil ich nicht bei dir war), was die Tiefe seines Schmerzes und seiner Reue verdeutlicht.
Stell dir vor, du stehst auf einer Hochzeit, aber nicht vorne als Bräutigam, sondern als weinender Gast im Publikum. Genau dieses bittere Szenario beschreiben die mexikanische Cumbia-Gruppe Los Socios Del Ritmo und Alexander Acha in „Llorar“ (Weinen). Der Sänger merkt viel zu spät, was er verloren hat: „Maldita mi duda, fue fatal / Y es la que me hizo escapar“ („Verflucht sei mein Zweifel, er war fatal / Und er brachte mich dazu zu fliehen“). Jetzt sieht er seiner Ex-Partnerin dabei zu, wie sie einen anderen heiratet. Das Drama erreicht seinen Höhepunkt beim Einzug der Braut: „Al verte entrar con flores de azahar me pongo a llorar“ („Dich mit Orangenblüten eintreten zu sehen, bringt mich zum Weinen“). Die flores de azahar (Orangenblüten) stehen in der spanischsprachigen Tradition ganz klassisch für den Brautschmuck und die Reinheit der Ehe.
Das Ganze klingt nach purem Herzschmerz, wird hier aber in einen tanzbaren, typisch mexikanischen Cumbia-Rhythmus verpackt. Während der Text mit Selbstvorwürfen wie „Tonto, tonto mi corazón por no haberte creído“ („Dumm, dumm mein Herz, weil es dir nicht geglaubt hat“) trieft, ruft die Band mittendrin fröhlich „Sabrosito, Cumbia, Cumbia“ (wörtlich: „Lecker/Köstlich, Cumbia“ – ein lockerer Zuruf für Musik, die gut ins Blut geht). Du kannst also gleichzeitig über den verpassten Liebeskummer mitleiden und dazu deine Hüften bewegen!