Ceindrai ist eine Form des Verbs "ceindre", was "umgürten" oder "krönen" bedeutet. Es ist ein eher seltenes und poetisches Wort, das man nicht oft in modernen Liedern hört.
In diesem Lied wird es in einem feierlichen Kontext verwendet: "Ce jour-là, je ceindrai son front de milles couronnes" (An diesem Tag werde ich ihre Stirn mit tausend Kronen schmücken/krönen). Es verleiht dem Text eine majestätische und altertümliche Note, die gut zur Legende von König Artus passt.
In „Si Je Te Promets“ („Wenn ich es dir verspreche“) ringt eine Stimme mit einem Versprechen, das größer kaum sein könnte: ein ganzes Leben ohne Reue und eine Liebe „à jamais“ [für immer]. Gleichzeitig weiß sie, dass sie eine andere Person heiraten oder ihr zumindest ihre Treue versprechen soll. Die Bilder sind märchenhaft und keltisch: Sie sieht eine Frau, die ihr im Augenblick des Todes die Augen schließen wird, tausend Kronen auf ihrer Stirn und gemeinsame Wege nach Avalon. Das Sidh bezeichnet in der keltischen Mythologie eine Anderswelt, Avalon ist die sagenhafte Insel aus der Artuswelt. Doch hinter diesen großen Bildern steckt eine sehr menschliche Frage: „Si c’est lui que je veux ou si je me mens“ [Ob ich wirklich ihn will oder mich selbst belüge].
Der Refrain klingt deshalb wie ein Schwur und zugleich wie eine Bitte. Die Stimme verspricht, nicht zu lügen, nicht zu verraten und nicht wegzulaufen, verlangt aber immer wieder: „Promets“ [Versprich es]. Sie will in den Armen des Geliebten leben, glaubt jedoch, dazu kein Recht zu haben. Zwischen Liebe und Pflicht, Vernunft und dem Schmerz des Hoffens sucht sie Halt und betet: „Mon Dieu, garde-moi de la tentation“ [Mein Gott, bewahre mich vor der Versuchung]. Gerade dieser direkte Wechsel zwischen feierlichen Avalon-Bildern und dem schlichten „Jure-le-moi“ [Schwöre es mir] macht das Lied so dramatisch: Es geht um die Angst, ein Versprechen zu brechen, noch bevor man überhaupt weiß, welches Leben man wählen darf.