Cocor bedeutet 'Kranich'. Es ist ein schönes und eher ungewöhnliches Wort, das in Liedern nicht alltäglich ist.
Im Lied wird das Herz mit einem Kranich verglichen, der in warme Länder fliegt, wenn es in der Seele Winter ist. Diese Metapher vermittelt ein Gefühl von Hoffnung und Ausdauer, selbst in schwierigen Zeiten, und macht das Wort sehr einprägsam.
Kennst du diesen Moment, in dem alles schiefgeht und du dir wünschst, es gäbe eine Fernbedienung für die letzten 24 Stunden? Genau darum geht es der rumänischen Rockband Voltaj in „De La Capat“. Der Songtext bringt eine ziemlich direkte Wahrheit auf den Punkt: „Viața n-are buton de rewind / Să poți să întorci ce-ai pierdut“ (Das Leben hat keinen Zurückspul-Knopf / Damit du zurückholen kannst, was du verloren hast). Es gibt auch keine Pause-Taste, wenn man ratlos dasteht. Die Band vergleicht das Dasein mit einem Lied, bei dem man jede Note mitsingen muss, egal ob traurig oder fröhlich, und mit einem reißenden Fluss, den man bis zum Meer durchschwimmt.
Das Herz wird im Text wie ein Zugvogel beschrieben („Inima-i ca un cocor“ – Das Herz ist wie ein Kranich), der Richtung Süden flieht, sobald im Inneren Winter herrscht. Es könnte abstürzen, aber es gibt niemals auf. Vor allem aber dreht sich alles um die rumänische Redewendung im Refrain: „s-o iau de la capăt“. Wörtlich übersetzt heißt das „es vom Ende/Kopf her nehmen“, aber im Alltag bedeutet es schlicht: ganz von vorne anfangen. Selbst wenn nachts kein Stern mehr leuchtet und dichte Wolken den Sonnenaufgang verdecken: Eine bestimmte Person reicht als einziger Grund aus, um die Scherben aufzusammeln und noch einmal ganz von vorn zu beginnen.