Divague kommt vom Verb "divaguer", was "abschweifen", "umherschweifen" oder "phantasieren" bedeutet. Es beschreibt einen Zustand, in dem Gedanken oder Gefühle ziellos umherirren.
In "Amour Plastique" wird das Wort gleich zu Beginn verwendet: "Dans mon esprit tout divague" (In meinem Geist schweift alles ab). Es fängt perfekt die verträumte, leicht verwirrte und sehnsüchtige Stimmung des Liedes ein, in der die Gedanken des Sängers um die geliebte Person kreisen.
„Amour Plastique“ ist ein verträumter, synthie-lastiger Song über eine Liebe, die so intensiv ist, dass sie fast schon wehtut. Die Sängerin beschreibt, wie sie sich in den Augen ihres Geliebten verliert: „Je me perds dans tes yeux“ (Ich verliere mich in deinen Augen) und in seinem Blick ertrinkt: „Je me noie dans la vague / De ton regard amoureux“ (Ich ertrinke in der Welle / Deines verliebten Blicks). Es ist eine sehr körperliche und alles verzehrende Liebe, bei der sie nur die Seele des anderen auf ihrer Haut spüren will und sich selbst als „eine Blume, eine Frau in deinem Herzen, Romeo“ bezeichnet.
Aber diese Liebe hat auch eine dunkle, melancholische Seite. Die Nacht bringt Tränen und „tristes démons“ (traurige Dämonen). Die Liebe ist fast wie eine Flucht vor dieser Dunkelheit. Die Bitte „Aime-moi jusqu'à ce que les roses fanent“ (Liebe mich, bis die Rosen welken) klingt wie aus einem gotischen Roman – es ist eine Liebe bis zum Ende, die sogar den Verfall und das Versinken der Seelen in der „limbes profondes“ (tiefen Vorhölle) mit einschließt. Der Song wechselt zwischen diesen Bildern totaler Hingabe und Momenten tiefer Traurigkeit und schafft so eine bittersüße Atmosphäre.