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ensorcelle — bezaubert

Ensorcelle kommt vom Verb ensorceler, was "bezaubern" oder "verhexen" bedeutet. Es ist ein faszinierendes Wort, das eine magische Anziehungskraft beschreibt.

Im Lied singt Vanessa Paradis über die Seine: "Tellement jolie elle m'ensorcelle" (So hübsch, sie bezaubert mich). Es vermittelt das Gefühl, von der Schönheit des Flusses völlig gefangen und verzaubert zu sein, was es zu einem sehr poetischen und einprägsamen Wort macht.

Hast du schon mal von einem Fluss geschwärmt, als wäre er ein Mensch? Vanessa Paradis und Matthieu Chédid tun genau das in La Seine. Sie singen über den berühmten Fluss von Paris, als wäre er eine selbstbewusste, wunderschöne Zauberin. Gleich zu Beginn heißt es: „Elle sort de son lit / Tellement sûre d’elle“ („Sie verlässt ihr Bett / So selbstsicher“). Das französische Wort lit bedeutet im Alltag „Bett“, meint bei Gewässern aber ganz wörtlich das „Flussbett“. Ein cleveres Doppelspiel! Die beiden behaupten sogar scherzhaft: „Tu n’es pas saoul / Paris est sous / La Seine“ („Du bist nicht betrunken / Paris liegt unter / Der Seine“). Statt an zu viel Wein liegt das Schwindelgefühl also angeblich daran, dass die ganze Stadt unter Wasser steht.

Später wechselt der Text geschickt von la Seine (der Fluss) zu la scène (die Theater- oder Konzertbühne), was auf Französisch exakt gleich klingt: „quand tu es sur / La scène“ („wenn du auf der Bühne bist“). Die beiden spazieren über den Pont des Arts, die bekannte Fußgängerbrücke vor dem Louvre. Dort singen sie: „Mon coeur vacille / Entre deux eaux“ („Mein Herz schwankt / Zwischen zwei Wassern“). Die Redewendung entre deux eaux bedeutet wörtlich „zwischen zwei Strömungen schwimmen“, steht im Französischen aber auch dafür, unentschlossen hin- und hergerissen zu sein. Warum sie sich so in diesen Fluss verliebt haben? Keine Ahnung, geben beide offen zu: „Je ne sais, ne sais / Ne sais pas pourquoi / C’est comme ça, la Seine et moi“ („Ich weiß nicht, weiß nicht, weiß nicht warum / Es ist einfach so, die Seine und ich“).

Mit 14 Jahren hatte Vanessa Paradis mit "Joe le Taxi" elf Wochen lang die Nummer eins in Frankreich und schaffte es damit auch auf Platz drei in Großbritannien, ein internationaler Erfolg für eine komplett französischsprachige Single, der 1987 fast beispiellos war. Geboren wurde sie am 22. Dezember 1972 in Saint-Maur-des-Fossés und trat schon als Kind auf, unter anderem mit acht Jahren in der Castingshow L'École des fans. Ihr Sound ist französischer Pop mit Einflüssen aus R&B und Rock.

Mit 18 Jahren hatte sie bereits den César als vielversprechendste Nachwuchsschauspielerin für Noce Blanche (1990) sowie eine Victoire de la Musique als beste Sängerin gewonnen. Ihr gleichnamiges Album von 1992 wurde von Lenny Kravitz geschrieben und produziert, mit dem sie damals auch liiert war, und von 1998 bis 2012 war sie mit Johnny Depp zusammen, mit dem sie zwei Kinder hat. Seit 1991 ist sie das Gesicht von Chanel.