laverenlavieren

Laveren bedeutet 'lavieren' oder 'kreuzen' und beschreibt das Manövrieren eines Schiffes gegen den Wind, indem man Zickzackkurse fährt.

In diesem Lied wird das Wort sowohl wörtlich als auch metaphorisch verwendet. Es geht darum, wie man im Leben Schwierigkeiten und Stürmen begegnet und versucht, ihnen entgegenzuwirken, auch wenn man nicht immer die Kontrolle hat. Es ist ein starkes Bild für Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit.

In „Wat Als De Storm Komt“ fragt sich das lyrische Ich, wie weit Kontrolle eigentlich reicht. Am Anfang klingt alles sehr sicher: Man kann „de stroming soms lezen“ (die Strömung manchmal lesen), „de zandbank ontwijken“ (die Sandbank meiden), „rivieren verleggen / door dijken te bouwen“ (Flüsse verlegen / indem man Deiche baut). Also: planen, berechnen, absichern, so dass scheinbar nichts schiefgehen kann. Man „temt“ das Wasser und denkt, „dat je de zee overwint“ (dass du das Meer besiegst). Und dann kommt der Bruch: „Maar wat als er storm komt?“ (Aber was, wenn ein Sturm kommt?). Plötzlich ist alles Wissen nicht mehr genug. Die Wellen sind „te hoog“ (zu hoch), „en ik te klein“ (und ich zu klein), und es tauchen ganz nackte Fragen auf: „Wie zal ons dan vinden?“ (Wer wird uns dann finden?), „Wie zal ons redden?“ (Wer wird uns retten?).

Was ich an dem Text mag: Er traut sich zuzugeben, wie sehr wir an Kontrolle hängen. „Ik wil alles maar weten“ (Ich will einfach alles wissen), „ik wil droog door de regen“ (ich will trocken durch den Regen). Das ist fast ein bisschen komisch ehrlich, weil man sich darin so leicht wiedererkennt. Aber die Sicherheit bricht, und dann geht der Blick auf andere über: „Er zijn altijd nog helden, bij nacht en bij ontij“ (Es gibt immer noch Helden, bei Nacht und schlechtestem Wetter). Da fährt jemand „dwars door de storm / dwars door het donker, op zoek naar een licht“ (mitten durch den Sturm / mitten durch die Dunkelheit, auf der Suche nach einem Licht). In diesen Bildern steckt die Hoffnung, dass es Menschen gibt, die kommen, wenn du die Linie nicht mehr selber werfen kannst. Die Fragen „Wer wirft die Leine?“ und „Wer findet mich, wenn ich verloren bin?“ bleiben zwar, aber der Song stellt ihnen diese heimliche Zuversicht an die Seite: Irgendwo sind noch diese Nacht-Helden unterwegs.

This song has more lessons to be added
Tap the request button below to prioritise the additional lessons