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recepturka — Gummiring / Gummiband

Recepturka bezeichnet im Polnischen einen dünnen Gummiring oder ein Gummiband, meist zum Zusammenbinden von Dingen. Das Wort ist besonders interessant, weil es im Alltag zwar vorkommt, aber in Liedtexten eher selten ist.

Im Song wird eine recepturka verwendet, um einen Stapel Geldscheine zusammenzuhalten. Dadurch entsteht ein auffälliges und leicht merkbares Bild.

„Naaajak“ von Malik Montana, einem Künstler aus Polen, mit Diho lebt von Übertreibung, Geld und Straßenpose. Der Refrain hämmert „Pliki, pliki, pliki“ [Bündel, Bündel, Bündel]. „Pliki“ heißt wörtlich eigentlich „Dateien“, meint hier im Zusammenhang aber Geldbündel: Der Erzähler zählt so viele Scheine, dass er Druckstellen an den Fingern bekommt, und bindet sie mit einem Gummiband zusammen. Die Zeile „Pęka gumka, to nie Durex“ [Das Gummiband platzt, das ist kein Durex] ist ein ziemlich derber Witz. Dazu kommen Polo und Hermès, weiße Kleidung beziehungsweise weißes Pulver, Bargeld statt Bankkonto und der Satz „Nie płacę podatku“ [Ich zahle keine Steuern]. Die Bilder verbinden Luxusmarken mit illegalem Geld und Drogen, ohne daraus eine moralische Geschichte zu machen.

Diho setzt noch stärker auf vulgäre Sex- und Partysprache. Erasmus-Studentinnen, Taxi-Rufe und sein übertriebener Auftritt gehören zur provokanten Fantasie des Songs. „Jak nie trap, to wracam na blok“ [Wenn es kein Trap ist, gehe ich zurück in den Block] stellt Trap-Musik und das eigene Viertel gegenüber. „Chcesz tańczyć, to zarób“ [Du willst tanzen, dann verdien Geld] und „Tu chachment to zawód“ [Hier ist Betrug ein Beruf] klingen wie ein zynisches Motto dieser Welt. Das oft wiederholte „Naaajak“ funktioniert dabei wie ein kurzer Ruf zwischen den Bildern. Für Deutschlernende ist der Song vor allem ein Beispiel für polnischen Rap-Slang, der mit Geld, Drogen, Status und bewusst schockierenden Sprüchen arbeitet.

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