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Jineteando — Reiten

Jineteando kommt vom Verb jinetear, was "reiten" oder "als Reiter unterwegs sein" bedeutet. Es ist ein lebendiges Wort, das die Kultur der mexikanischen Reiter, der jinetes, hervorhebt.

Im Lied singt der Mariachi: "Jineteando en mi caballo por la sierra yo me voy" (Auf meinem Pferd reitend gehe ich durch die Berge). Es vermittelt ein starkes Bild von Freiheit und Abenteuer, das typisch für die Mariachi-Musik ist.

Hier kommt die ultimative Hymne für alle, die das freie Leben feiern! Der Sänger stellt sich gleich zu Beginn ohne jede Bescheidenheit vor: „Soy un hombre muy honrado, que me gusta lo mejor“ („Ich bin ein sehr ehrbarer Mann, der das Beste mag“). Ihm fehlt es an nichts. Frauen, Geld und Liebe sind da („Las mujeres no me faltan, ni el dinero ni el amor“). Auf seinem Pferd reitet er durch die Berge (sierra), orientiert sich nachts einfach an Mond und Sternen und ruft im Refrain nach seiner Angebeteten: „Ay mi morena de mi corazón“ („Ach, meine Dunkelhaarige meines Herzens“). Das Wort morena beschreibt im Spanischen eine Frau mit dunklen Haaren oder dunklerem Teint und ist hier ein zärtlicher Kosename.

Der Rest ist purer Spaß an Musik und Hochprozentigem. Er spielt Gitarre, singt den Son (eine traditionelle kubanisch-mexikanische Musikrichtung) und lässt sich von einer Mariachi-Gruppe begleiten. Wenn er trinkt, dann keine halben Sachen: Aguardiente (wörtlich „brennendes Wasser“, ein starker Schnaps) ist für ihn das Beste, dicht gefolgt von weißem Tequila mit einer Prise Salz („con su sal le da sabor“). Ein geradliniger Track von Los Lobos und Antonio Banderas über Reiten, Singen, Trinken und die Liebe.

Die Coverversion von "La Bamba", die Los Lobos 1987 aufnahmen, schaffte es auf Platz eins der Billboard Hot 100, eine Platzierung, die das Original von Ritchie Valens aus dem Jahr 1958 nie erreichte. Die Band entstand 1973 in East Los Angeles, gegründet von David Hidalgo, Louie Pérez, Cesar Rosas und Conrad Lozano, die sich an der Garfield High School kennengelernt hatten; 1982 kam Saxofonist Steve Berlin dazu. Ihr Sound verbindet Rock and Roll mit Tex-Mex, Blues, R&B und traditionellen mexikanischen Formen, gesungen auf Englisch und Spanisch.

Den Durchbruch brachte 1987 der Soundtrack zu "La Bamba", für den sie sechs Stücke einspielten. 1988 folgte mit La Pistola y El Corazón ein spanischsprachiges Mini-Album im traditionellen Tejano- und Mariachi-Stil. Die Band hat vier Grammys gewonnen, unter anderem für La Pistola y El Corazón (1990) und Native Sons (2022), und 1995 nahmen sie mit Antonio Banderas "Canción del Mariachi" für den Soundtrack zu Desperado auf.