Tempête bedeutet "Sturm". Es ist ein starkes und bildhaftes Wort, das in diesem Lied verwendet wird, um intensive innere Gefühle zu beschreiben.
Im Kontext des Liedes singt Lihn von "Souvenirs en tempête" (Erinnerungen im Sturm), was die überwältigende und chaotische Natur ihrer Gedanken und Gefühle über eine vergangene Beziehung oder Person sehr anschaulich darstellt. Es ist eine poetische Art, die Intensität ihrer Emotionen auszudrücken.
In „Je Pense À Vous“ singt Lihn über den Schritt weg von zu Hause und über die Menschen, die sie zurücklässt. Sie hatte nicht mit diesem „grand départ“ [großen Aufbruch] gerechnet: Sie schließt die Tür, kommt aber nicht einfach innerlich davon. Ihr Umfeld versteht ihre Entscheidungen und ihren Wunsch, „toucher à l’avenir“ [die Zukunft zu berühren], offenbar nicht. Trotzdem sagt sie klar: „Je ne vous oublie pas“ [Ich vergesse euch nicht]. Besonders schön ist das Bild von der einen Fotografie, die sie ansieht, wenn „mon ciel est pas beau“ [mein Himmel nicht schön ist, also wenn es ihr schlecht geht]. „Chez moi ça me manque“ [Zu Hause fehlt mir] ist schlicht und direkt. Genau deshalb wirkt die Zeile so stark.
Paris ist laut und feiert, während sie selbst an ihre Familie oder ihr vertrautes Zuhause denkt: „Malgré les kilomètres / Et Paris qui fait la fête“ [Trotz der Kilometer und obwohl Paris feiert]. Die Entfernung wird im Kopf zu einem Sturm aus Erinnerungen: „Souvenirs en tempête“ [Erinnerungen im Sturm]. Gleichzeitig bereut sie ihren Weg nicht. Sie lebt das Leben, das sie wollte, glaubt an einen großen Traum und versucht es noch einmal, auch nach Schmerzen und Fehltritten. „J’vous mens pas“ [Ich lüge euch nicht] ist die umgangssprachliche Kurzform von „Je ne vous mens pas“ und klingt sehr persönlich. Das „vous“ richtet sich an mehrere nahestehende Menschen oder an eine vertraute Gruppe. Der Refrain kehrt immer wieder zu ihnen zurück: Selbst wenn die Zeit stillsteht, denkt sie „plus fort“ [noch stärker] an sie und glaubt, dass sie sich bald wiedersehen.