Mağrur bedeutet „stolz“ oder „hochmütig“. Es ist ein Wort, das eine gewisse Arroganz oder Selbstgefälligkeit impliziert, oft in einem negativen Sinne.
Im Lied wird es verwendet, um den früheren Zustand einer Person zu beschreiben, die einst „wie ein Berg stolz“ war, aber jetzt in einer schwierigen Lage ist. Die Sängerin fragt sich, was mit dieser einst so stolzen Person geschehen ist, die jetzt so verändert ist. Es ist ein interessantes Wort, da es den Kontrast zwischen dem früheren und dem aktuellen Zustand der Person hervorhebt.
„Naber?“ ist türkischer Slang für „Was geht?“ oder „Wie geht’s?“. Hande Yener spricht jemanden an, von dem lange keine Nachricht kam: „Gelmedi senden bi' haber“ [Von dir kam keine Nachricht]. Der Ton ist gleichzeitig besorgt und frech. „Öldün mü kaldın mı?“ [Bist du tot oder lebst du noch?] klingt bewusst übertrieben, während „Merak ettik“ [Wir haben uns Sorgen gemacht] die Sorge dahinter zeigt. Das Leben sei besonders schwierig, wenn man allein ist, und man hätte besser vorher nachdenken sollen.
Besonders witzig ist der Kontrast zwischen dem früheren und dem jetzigen Bild dieser Person. Früher war sie „dağ gibi bi' gurur“ [ein Stolz so groß wie ein Berg], stolz und unerschütterlich. „Tavan bile tutamıyordu seni“ [Selbst die Decke konnte dich nicht halten] beschreibt jemanden, der scheinbar bis in den Himmel flog. Jetzt geht es dagegen „tersine mehter, bi' ileri, iki geri“ [wie bei einem umgekehrten Mehter: einen Schritt vor, zwei zurück]. Der Mehter ist die traditionelle osmanische Militärkapelle, und die Redewendung meint hier: Es geht eher rückwärts als vorwärts. Sogar der Spiegel scheint der Person böse zu sein. Die direkte Botschaft lautet deshalb: Ärger dich nicht über das Leben, schau lieber ehrlich auf dich selbst. Und wenn du wissen willst, wie es dir geht, liegt die Antwort angeblich schon bei dir.