koşa koşa — schnurstracks / im Laufschritt

Koşa koşa bedeutet wörtlich „laufend, laufend“ und beschreibt, dass jemand hastig und voller Erwartung losrennt. In der Zeile „Sen sanıp koşa koşa gittiğim doğru“ singt Hande Ünsal, dass sie zu Tür oder Telefon geeilt ist, weil sie dachte, die andere Person sei es. Die doppelte Form macht den Ausdruck besonders bildhaft und einprägsam.

„Daha İyi“ bedeutet „besser“, und genau darin steckt der bittere Widerspruch des Liedes: Die erzählende Person möchte unbedingt, dass die andere zurückkommt, weiß aber zugleich, dass es ohne sie besser wäre. Sie sagt ganz offen: „Dön diye ölüyorum ama / Dönmesen daha iyi“ [Ich sterbe vor Sehnsucht, dass du zurückkommst, aber es wäre besser, wenn du nicht zurückkommst]. Das wiederholte „Yalan değil“ [Es ist keine Lüge] klingt wie eine nachdrückliche Versicherung: Diese Trennung ist nicht einfach wegzuwischen.

Die Bilder sind sehr direkt und dadurch fast ein wenig dramatisch-komisch: Die Person umarmt Fotos und weint, rennt zur klingelnden Tür oder zum Telefon, weil sie glaubt, die frühere Liebe sei da. „Hâlâ çok seviyorum“ [Ich liebe dich immer noch sehr] steht neben „Sevmesem daha iyi“ [Es wäre besser, wenn ich dich nicht lieben würde]. Besonders hart wird es bei dem Gedanken an eine weitere Chance: Sie wäre eine Unterschrift unter das eigene Ende. Und noch einmal die Hand zu halten, wäre schlimmer, als zu sterben. Das türkische „Daha iyi“ ist hier also kein fröhliches „besser“, sondern der schmerzhafte Versuch, Vernunft gegen die eigene Sehnsucht zu setzen.

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