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diyar — Land / Gegend / fernes Reich

Diyar bezeichnet ein Land, eine Gegend oder ein fernes Reich und klingt deutlich poetischer als das alltägliche yer für „Ort“. In der Zeile „Kendini bu diyardan“ bedeutet es sinngemäß „dich aus diesem Land, dieser Welt befreien“ und verstärkt die traumhafte, leicht geheimnisvolle Stimmung des Liedes.

In „Sar Bu Şehri“ spricht jemand zu einem geliebten Menschen, der verletzt wurde: „Üzmüşler bebeğimi“ [Sie haben mein Baby, mein Liebes, verletzt]. Während dieser Mensch ganz in sein eigenes Gesicht vertieft ist, „Çizmiş kendi resmini“ [hat er sein eigenes Bild gezeichnet]. Dann wird der Ton dringlich: „N'olursun kaç kurtar / Kendini bu diyardan“ [Bitte, lauf weg und rette dich aus diesem Land]. Yâr bedeutet hier „Geliebte:r“ oder einfach „mein geliebter Mensch“. Es klingt wie der Rat, eine enge, bedrückende Umgebung hinter sich zu lassen.

Besonders schön und etwas verrückt ist das Bild von Sonne und Mond: „Güneş'i ararken / Peşini bırakmaz Ay“ [Während du die Sonne suchst, lässt der Mond dich nicht los]. Selbst auf der Suche nach Licht bleibt also etwas im Hintergrund. Danach fordert die Stimme: „Sar, bu şehri en başından yak / İyice yak“ [Umarme diese Stadt, verbrenne sie von Anfang an, brenne sie gründlich nieder]. Ob „sar“ hier eher „umfasse“ oder „wickle“ heißt, bleibt im Text offen, doch zusammen mit „yak“ [verbrenne] entsteht ein radikales Bild: Diese Stadt soll nicht vorsichtig verändert, sondern komplett in Flammen gesetzt werden. Gegen Ende wird die Enge körperlich: „Bu şehrin duvarları dar“ [Die Mauern dieser Stadt sind eng], während die Nacht trotzdem einen Morgen hat: „Bu gecenin gündüzü var“ [Diese Nacht hat einen Tag].

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